Indien 2011/12

Wieder ist ein Jahr vergangen und ich bin zurück in Tiruvannamalai bei „unseren“ Witwen. Große Wiedersehensfreude herrscht  wie immer, wenn wir uns auf der Straße begegnen. Alle fragen, ob wieder Freundinnen von mir kommen werden. Ja, ab 7.1. kommt wieder „meine“ Reisegruppe mit 6 deutschen Frauen. Wir freuen uns alle schon sehr.

Om Shanthi Hospiz ist von der Tamil Nadu Regierung als öffentliches Gebäude anerkannt worden. Dieser Prozess hat fast 1 volles Jahr gedauert. Hygiene, Feuersicherheit und Statik wurden amtlich bestätigt und mit schönen  Urkunden zertifiziert. Das Datum für den Einweihungsgottesdienst wird nun astrologisch von den Hindu-Priestern bestimmt und von der Anwesenheit meiner Reisegruppe. Es wird der 18.1.2012 sein.

Am 13.1.2012  ist wieder der Beginn von „Pongal“ dem indischen Erntedankfest, dem  höchsten  indischen  Feiertag und Auszahlungsdatum der Witwenpensionen. Meine Reisegruppe wird 82 Witwen ihren monatlichen Unterhaltsbeitrag von 5 Euro = 250 Rupien auszahlen, dazu wieder neue Bastmatten und dicke Baumwolldecken verschenken.   (Nachts ist es kalt, ca. 8 – 10 Grad).  Es gibt eine große Überraschung für mich und ist dieses Jahr nicht mehr zu übersehen: „Unsere“ Witwen, d.h. die in der linken Reihe vor dem Tor sitzen (sie erhalten seit 2 Jahren den monatlichen Unterhalt von 250 Rupien) unterscheiden sich sehr deutlich von der Reihe von Frauen, die rechts sitzen und sich „nur“ ihr Almosen (Decke und Matte) zu Pongal von Shanthimalai abholen wollen. Sie sind selbstsicher, ruhig, gepflegt. Ihre ganze Erscheinung und Körpersprache ist nach 2 Jahren gesicherter Unterstützung eine andere als die ihrer Schwestern auf der rechten Seite. Im  richtigen Moment erscheint Zarah mit ihrer Reisegruppe.  Sie und meine Reisegruppe  zücken kurzentschlossen Ihren Geldbeutel und geben, so dass auch die bedürftigen Frauen auf der rechten Seite eine finanzielle Unterstützung von 250 Rupien bekommen.  Ein dickes Danke an dieser Stelle an alle!

Ich möchte an dieser Stelle die Freude des Gebens erwähnen. Für uns alle ist dieser Augenblick der  Nähe und Freude mit unseren Schwestern ein Glück, was sich nur erleben- nicht so gut beschreiben lässt. Ich weiß, es ist so viel mehr, was wir bekommen, als was wir geben. Da findet eine Heilung auf beiden Seiten (wenn es diese gibt) statt. Wir brauchen unsere indischen Schwestern und sie uns, um unsere volle  Kraft und Heilung in dieser patriarchalischen Welt zu spüren.

Am 18.1.2012  wird Om Shanthi Old Age Home für alleinstehende Frauen mit meiner Reisegruppe, Freunden aus Thiruvannamalai  und der Dorfbevölkerung eingeweiht. Nun  können 10 Betten belegt werden.

Ich danke  Arunachala, dem  Shanthimalai-Ashram, meinen Freunden in Tiruvannamalai, Brigitte, Claudia, Jutta, Angelika, Mariele und  Gertrud, die den Mut hatten,dieses Jahr  meine Reise über „Neue Wege“ zu buchen und eine gute Zeit hatten. Ich danke allen Spendern und Spenderinnen in Deutschland,  Norwegen, USA und Panama für ihre liebe finanzielle Unterstützung, ohne die nichts geschehen könnte.

Bei meiner Rückkehr nach Deutschland sehe ich, dass zu Weihnachten sehr viele Spenden für die Witwen eingetroffen sind. Darüberhinaus gibt es 77 Daueraufträge für die Witwenpensionen. Das ist so viel, dass wir weitere alleinstehende Frauen  in unsere monatlichen Zahlungen aufnehmen    u n d   Om Shanthi Old Age Home  finanzieren können.

Ich danke jedem von Euch, der dazu beiträgt.  Ich danke für Eure liebevolle Kraft bei diesem Abenteuer, mit der ich mich von Euch begleitet fühle.

Wenn Ihr mögt, kommt mit nach Indien! Alle freuen sich auf Dich!

In großer Dankbarkeit und Liebe, Arunachalam! Anna