Indien 2014/15

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Neuigkeiten aus Tiruvannamalai von unseren Witwen im März 2015

Wieder geht ein ereignisreicher Winter zu Ende und ich möchte Euch die wichtigsten Ereignisse mitteilen.
Vor Weihnachten ist unser Kalender über unser „Om Shanthi Projekt 2015“ in Zusammenarbeit mit Aruna Partnership in USA, dem Arbeitskreis Südindien e.V. in Rothenburg/Deutschland und Shanthimalai Handicraft Development Society (SMHDS) in Indien in englischer Sprache erschienen und in USA und Deutschland verschickt worden. Wir freuen uns darauf, diesen Kalender zum Jahr 2016 in deutscher Sprache herzustellen.
Wir bekamen und bekommen viel Unterstützung von den o.g. Organisationen, als auch vom Shanthimalai Ashram in Tiruvannamalai. Aruna Partnership sammelt für uns Spenden in den USA ein, der Arbeitskreis Südindien in Rothenburg hilft, die Produkte, die unsere jungen, bei uns ausgebildeten Witwen herstellen, zu verkaufen und Shanthimalai Ashram hier in Tiruvannamalai hat seine Schultüren geöffnet, um den Kindern unserer Witwen eine ausgezeichnete Schulbildung und deutsche Pateneltern zu ermöglichen. Außerdem wird der Ashram für alle Kosten für medizinische Behandlungen unserer Witwen und ihrer Kinder aufkommen. Herzlichen Dank!
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Shanthimalai Handicraft Development Society (im Folgenden SMHDS genannt), entwickelt sich mit Manoharan und Lioba und lieben Mitarbeiter/innen immer mehr zu einem Zentrum, wo junge und alte Witwen und alleinstehende Frauen Rat, Hilfe, Unterstützung, Training, Arbeit und Betreuung finden. Hier werden unsere gesammelten Spenden in liebevolle praktische Hilfe umgewandelt.
Doch erst einmal zu unserem Om Shanthi Old Age Home für Witwen:
Bald nach meiner Ankunft Ende Dezember machten sich die Maler ans Werk und 4 Tage später erstrahlte unser ganzes Haus in neuem Glanz: Außenwände in orange, Innenwände sonnengelb, Gitter und Tore tomatenrot und Fensterrahmen und Türen in cremeweiß. So waren wir gerüstet für eine neue Saison voller lieber Besucher aus aller Welt. Unser Garten hat sich im letzten Jahr in eine tropische Oase entwickelt. Dank vieler Fuhren Kuhmist und Manoharans Überzeugungsarbeit arbeiten unsere Witwen jetzt gerne im Garten. Gibt es doch jetzt schon tolle Ergebnisse: Papayas und Kürbisse im Überfluss, Bananen, indische Bohnen, Auberginen, indischen Spinat, Tomaten, Rettiche und Gurken zwischen Rosen und blühenden Büschen. Om Shanthi Old Age Home ist immer noch eine Oase des Glücks.Alle Besucher sind erstaunt, dass ein Altenheim so viel Freude ausstrahlen und beinhalten kann.
Nachdem wir sorgenvoll die astronomischen Kostensteigerungen im Bausektor betrachtet haben, sowie den für uns sehr ungünstigen Tauschkurs des Euro und uns fragten, ob wir unter diesen Umständen überhaupt den Neubau in Angriff nehmen können, kam von Aruna Partnership aus den USA eine Riesenspende für den Neubau unseres zweiten Om Shanthi Witwenhauses. Wir jubelten und starteten die Bauarbeiten alsbald mit einer bewegenden Grundsteinfeier vor Sonnenaufgang. Dabei wurden die Erde und die Natur um Erlaubnis und Segen für unsere Aktivität gebeten. Das Fundament war nach zwei Wochen schon fertig und ich bezweifele nicht mehr, dass der Neubau im September 2015 fertig sein wird. Schon jetzt haben wir viele Nachfragen nach den 13 neuen Betten und die feste Zusage von der Regierung, daß sie sich an den laufenden Kosten beteiligt, sobald wir 25 Betten haben.
Unser Plan, im Shanthimalai Handicraft-Laden eine Anlauf- und Beratungsstelle für Witwen einzurichten, wo Witwen in jeder Beziehung Hilfe bekommen, so dass sie ihr Leben als Alleinerziehende neu organisieren können, nahm schnell konkrete Formen an.
Wir lernten Vallie kennen. Sie ist eine junge Witwe mit drei Kindern. Ihr Schicksal und ihre Mühe ein neues, eigenverantwortliches Leben zu führen, wurden vom Reisebüro „Neue Wege“ mit 500 Euro unterstützt. Mit diesem Geld wurde ein einfaches Haus im Rohbau mit Dach, Tür und Fenstern versehen, so dass Vallie von einer Palmblatthütte auf den Feldern weit draußen in die Nähe ihrer neuen Arbeitsstelle (in unserer neu eingerichteten Weberei) ziehen konnte. Ihre Kinder können von hier aus ungefährdet in eine weiterführende Schule gehen. Vallie ist außerdem eine von 20 anderen jungen Witwen, die bei uns in diesem Jahr wieder eine 5-monatige handwerkliche Ausbildung bekommen. Vallie ist mit Begeisterung in der Weberei beschäftigt, wo sie im Augenblick wunderschöne Flickenteppiche aus alten zerschnittenen Seidensaris webt. Die Erzeugnisse, die unsere jungen Witwen seit dem letzten Jahr produzieren, werden unter dem Label: „Widows for Widows“ verkauft. Der Gewinn geht wieder in die Unterstützung von neuen Witwen. Ebenso gibt es zauberhafte Engel, die von den Witwen produziert werden. Man muß sie einfach sehen, um die Liebe zu spüren, mit der sie hergestellt werden. (Info: www.ak-suedindien.de oder www.smhds.org)
Unser Zukunftstraum von einem Witwenbetreuungszentrum realisierte sich plötzlich mühelos und so schnell, wie wir es nicht geplant hatten. Jeden Tag erschienen neue Witwen in unserer Geschäftsstelle. Zwei wurden sofort in unserem Fair Trade Laden eingestellt, fünf weitere in der Weberei angelernt. Eine junge Witwe mit 10-Monate altem Baby hat vor der Heirat ihre höhere Schulausbildung kurz vor dem Ende abgebrochen. Sie wird sie mit unserer Hilfe fertig machen können. Wenn unser Projekt weiter so wächst, wird sie in unserer Buchhaltung eine Stelle bekommen können. Jemand sagte mir, dass Witwen auch als Ehefrauen und Töchter interessant sind und ihre Ehre und Respekt wieder zurückgewinnen, wenn sie sich und ihre Kinder selbst ernähren können. Wir sehen, wie unsere jungen Frauen schon eine Woche nach Beginn ihres 5-monatigen bezahlten Arbeitstrainings aufblühen wie Blumen, so glücklich sind sie über ihr neues Leben.
Zwei arbeitsreiche, intensive Monate liegen hinter uns. Mein Herz ist voller Dankbarkeit für die große Hilfe, die von allen Seiten kommt. Da liegt ein Segen über dieser Arbeit mit den Witwen, eine Leichtigkeit und Freude, an der alle teilhaben, die uns besuchen, mitarbeiten oder mitspenden.
Ich gebe diesen Segen an Euch weiter und danke von ganzem Herzen für Euer Interesse und Eure Unterstützung.

Alles Liebe von den Witwen, allen Mitarbeitern hier in Indien und Anna

Neues von Om Shanthi e.V. und den Witwen
im Sommer 2014

Ihr Lieben alle!

Auch wenn Ihr nichts von mir gehört und gesehen habt, so hat doch vielleicht manchmal Euer Herz meine dankbaren Grüße in Eure Richtung empfangen…? Z.B. dann, wenn ich Eure eingegangenen Spenden sehe oder Eure Arbeit, mit der Ihr Om Shanthi unterstützt. Tausend Dank für Eure Dienste und finanzielle Unterstützung, ohne die überhaupt nichts geschehen könnte. Hier nun endlich wieder Informationen über das, was bisher in den letzten Monaten geschehen ist.
Von Om Shanthi e.V. und mir kann ich sagen, dass ich so viel Arbeit, so viele Formalitäten und Vorschriften auf Verwaltungsebene und besonders so viel widerspenstige Computertechnik nicht erwartet habe. Ich hoffe, dass bald eine segensreiche Routine einziehen möge. Deshalb bitte ich Euch um etwas Geduld und Nachsicht mit all dem, was noch nicht so läuft wie erwartet. Wir lernen, und ich erfinde gerade das Rad neu, ist doch unser Verein noch nicht einmal ein Jahr alt. Besonderen Dank an dieser Stelle an Claudia, unsere Kassenwartin und Ingrid mit ihrem Computerwissen, die mir jedes Mal hilfreich zur Seite stehen. Besonderen Dank auch an Eugen Bednarek aus Essen, der in seiner vom Pfingststurm zerstörten Grafik-Werkstatt trotzdem unermüdlich das Om Shanthi Logo unentgeltlich geschaffen hat. Hier ist es nun das neue Logo. Ich hoffe es gefällt euch.logo 173bea

Hier in Bonn hatten wir zwei schöne Benefiz-Veranstaltungen für die Witwen
Unser 5. Kleidermarkt in Kessenich im Mai war wieder eine große Freude. Das Wetter war perfekt, der selbstgebackene Kuchen der Frauen des Sportvereins Bonn-Süd ist nicht mehr zu toppen und die geschenkten Klamotten waren wieder sehr schick und interessant. Jeder machte sein „Schnäppchen“ und am Ende hatten wir stolze 1.300 Euro eingenommen. (Aufgerundet durch den Sportverein.) Es war ein gemütlicher Tag mit alten und neuen Freunden und guten Gesprächen.
Genauso gemütlich und schön war das Sommerfest von Yoga Vidya Bonn am Beueler Rheinufer im Juni. Nach einem Marathon von 108 Sonnengrüßen mit Mantrabegleitung (Startgeld war 1 Euro und ein Solidaritätsarmbändchen aus Tiruvannamalai für die Witwen) gab es Picknick, Lagerfeuer und Bhajans von Karl auf der Guitarre begleitet. Für die Spenden von 340 Euro wurden viele Rucksäcke und Beachtaschen verschenkt. Herzlichen Dank liebe Jutta und lieber Karl von Yoga Vidya Bonn für Eure dauernde Unterstützung der Witwen und Om Shanthi e.V.

Neues aus Indien:
Unser Om Shanthi Old Age Home ist nach Auskunft aller, die es inzwischen besucht haben, ein Ort des Friedens und der Glückseligkeit. Jeder ist bezaubert, der es gesehen hat. Verschiedene Trainings wurden angeboten: Einige waren zu kompliziert, das letzte war einfach: Falten von Papiertüten aus alten Zeitungen. Wir werden sehen, was daraus wird. Unser kunsthandwerkliches Trainingsangebot für 20 Witwen und Frauen in Not dauerte 3 Monate und ist nun zu Ende. Einige Frauen machen noch ein weiteres zusätzliches Training für die Herstellung von Wäschekörben aus gefärbten Palmblättern. Eine Überraschung für uns ist, dass die meisten Frauen die Arbeit in unseren Räumen der Heimarbeit vorziehen. Es scheint, dass die gemeinsame Zeit und Arbeit unter der Leitung der liebevollen Lehrerin eine therapeutische Situation schafft, in der die Frauen sich austauschen und auch schon wieder lachen können.
Bei Jayakumari und ihren beiden Kindern wird das länger dauern. Sie wurde vor 2 Jahren von ihrem Mann verlassen, hat sich mit Kerosin übergossen und angezündet. Dies ist der klassische Selbstmord von Frauen. Ihr Körper ist voller Brandnarben, die schlecht verheilt sind. Ihr Sohn (14 Jahre) hat auf dem Bau gearbeitet, um Mutter und Schwester zu ernähren. Jetzt arbeitet Jayakumari in unserem kleinen Shanthimalai-Laden und ihre Kinder besuchen wieder die Schule.
Kodimalli, unsere Sozialarbeiterin und Chefin in Old Age Home, ist immer noch mit der Antragstellung der staatlichen Witwenrente beschäftigt. Trotzdem gibt es immer auch andere Frauen, die „nur“ verlassen wurden, bzw. deren alkoholkranker Mann unauffindbar ist. Unser Notfonds hilft auch dort sofort, wo immer Hilfe nötig ist, wobei wir immer Langzeitlösungen zur Selbsthilfe anstreben.
Dank Eurer lieben Spenden werden wir bald in der Lage sein, das zweite Om Shanthi Haus auf unserem Grundstück zu bauen. Aufgrund verschiedener zusätzlicher Ausgaben wollen wir noch warten, bis wir noch einen größeren Betrag angesammelt haben, um sicherzustellen, dass auch evtl. höhere Baukosten als geplant, uns nicht überraschen können und die Grundversorgung und -arbeit gesichert ist.
Alle unsere Mitarbeiter in Indien sind mit Feuer, Begeisterung und Liebe bei der Sache. Und mit Stolz, denn Om Shanthi Old Age Home ist ein einzigartiger Platz. Das Glück der Frauen, die dort leben, strahlt aus allen Fenstern. Ein großer Dank an Euch, die das möglich gemacht haben.
Zum Abschluss noch eine Bitte: Wir haben das Konto gewechselt. Für das alte Konto mit den Endziffern 0009 können wir leider keine Spendenbescheinigungen ausstellen. Eure Spenden kommen jedoch gut bei uns an. Das neue Konto unseres Vereins ist folgendes:

Om Shanthi e.V. – Sparkasse Köln-Bonn
IBAN: DE63 3705 0198 1931 768152
BIC: COLSDE33XXX

Von diesem Konto bekommt Ihr Anfang 2015 eine Spendenquittung ausgestellt. Bitte das Konto wechseln, wenn diese wichtig ist und Ihr noch auf das alte Konto einzahlt.
Dieses Jahr werde ich keine Reise mit „Neue Wege“ organisieren. Bitte kontaktiert mich, wenn Ihr auf eigene Faust kommen möchtet.
Tausend Dank für Eure Hilfe und Unterstützung. Alleine sind wir nichts – zusammen können wir „es“ schaffen.

Danke! Danke! Danke! Für Alles! Arunachalam! (Segen von Arunachala!)
Herzliche Grüße von Anna und vielen Frauen in Indien.

 

 

Neuigkeiten von den Witwen aus Tiruvannamalai im Februar 2014

Ihr Lieben alle!

Hier hat sich in den letzten Tagen viel ereignet.

Eine Umfrage von uns hat ergeben, dass dank der neuesten Praxis der Bezirksregierung und unserer Hilfe bei der Antragstellung inzwischen schon die Hälfte unserer Witwen die staatliche Witwenpension in Höhe von 1000 Rupien (13 Euro) pro Monat bekommt. Das ist ein großer Erfolg und eine große Freude! Wir wollen unsere Witwen nicht mehr zu Almosenempfängerinnen machen. Die staatliche Witwenrente ist ihr Recht. Außerdem hat Shanthimalai Handicraft, die Organisation, mit der wir hier so eng zusammenarbeiten, allen Witwen eine handwerkliche Beschäftigung angeboten, mit der sie nach einer 2-monatigen Trainingszeit ein gutes Auskommen für sich und ihre Kinder haben. Die von uns verkauften Reistaschen und Rucksäckchen (kommen bald mit mir zusammen in Deutschland an!) können sie noch nicht nähen, aber es gibt vieles, was sie tun können. Wir sind hier alle sehr glücklich, dass wir diese Lösung jetzt gefunden haben und neue Wege beschreiten können. Ilona aus Kiel ist inzwischen wieder angereist und hilft kräftig mit Rat und Tat mit. Wir freuen uns alle, dass sie wieder da ist.

Bei dieser Gelegenheit ist neues Elend zutage getreten: Viele Frauen sind nicht verwitwet, sondern wurden verlassen, verstoßen, geschwängert und nicht geheiratet oder haben keine Adresse, so dass sie keine staatliche Pension bekommen können. Chinntai ist Bettlerin, hat Lepra und zwei geistig behinderte Töchter zu versorgen. Sie selbst ist stark körperbehindert und wäre ein Fall für unser Om Shanthi Haus. Da sie aber Lepra hat, kann sie nicht bei uns aufgenommen werden, sondern werden wir ihr weiter einen erhöhten Unterhalt zum Leben geben und ihr auch sonst in jeder möglichen Weise helfen.

Einer anderen alleinstehenden Mutter werden wir die Operation für ihre magentumorkranke kleine Tochter bezahlen. Unsere Freude, den Witwen zu ihrem Recht, sprich: Witwenpension und einem Arbeitsplatz verhelfen zu können, ist groß und möchte ich sie hiermit mit Euch teilen, denn ohne Euch geht ja gar nichts. Spenden sind trotzdem natürlich noch herzlich willkommen, denn es gibt immer noch viel Unterstützungsarbeit zu leisten. Das zweite Om Shanthi Witwenhaus für unsere alten, verstoßenen und behinderten Frauen ist in der Planung und bitten wir um Hilfe, damit es realisiert werden kann. Es gilt immer noch, Bewußtsein zu verändern, so dass unsere indischen, alleinstehenden Schwestern eines Tages ein menschenwürdiges Dasein leben können.

Ein herzliches Dankeschön für alle Eure Spenden, Gebete, Gedanken und Wünsche, die geholfen haben, die Situation hier so bald zu bessern.

Om Shanthi!! Anna und Ilona

Om Shanthi lebt