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Neues

Update aus Tiruvannamalai/Tamil Nadu – Südindien April 2020

Ihr Lieben alle!Ich hoffe, Ihr seid gesund und es geht Euch den Umständen entsprechend gut. Dank umsichtiger Planungen und dem Dienst vieler Menschen, die bei uns in den Supermärkten, Krankenhäusern, Apotheken, Arztpraxen, Bussen, der Polizei, der Müllabfuhr etc. arbeiten, werden wir immer noch weiterhin mit wichtigen Notwendigkeiten versorgt. Unser Leben ist nicht so bedroht, dass wir bisher Mangel gelitten haben. Wir sind gut versorgt und dürfen dankbar sein, dass es uns in unserem Land so gut geht.Das ist nicht selbstverständlich. Sicher habt Ihr in den Nachrichten gesehen und gehört,wie eine Ausgangssperre auch anders sein kann.
Schauen wir nach Indien! Seit dem 25.3. versucht die indische Regierung mit drastischen Maßnahmen den Corona Virus zu besiegen. Die Ausgangssperre wird rigoros durchgesetzt: Rikshas, Autos,Busse, Züge und Taxen dürfen nicht fahren. Tausende sind zu Fuß unterwegs nach Hause: in ihre Dörfer. Alle Ashrams, Tempel, Kirchen und Moscheen sind geschlossen. Quarantäne bedeutet striktes Eingeschlossensein im Haus oder der winzig kleinen Hütte bei inzwischen hochsommerlichen Temperaturen von ca. 35 – 38°. Der Aufenthalt außerhalb des Hauses wird mit „Herumlungern“ bezeichnet und von zahlreichen Polizisten rigoros mit Stockschlägen bestraft. Morgens sind jetzt Lebensmittelgeschäfte und Märkte meist nur für kurze Zeit geöffnet. Ein Mitglied einer Familie darf für alle einkaufen. Das größte Problem ist jedoch die Beschaffung von Nahrung bei den Menschen, die buchstäblich von der Hand in den Mund leben. Kleine Straßenhändler, Rikshafahrer, Feldarbeiter und viele mehr leben von ihren täglichen kleinen Einnahmen, die sofort „verzehrt“ werden. Sie haben keine Reserven, um ihre Familie zu ernähren, wenn sie nicht ihrer täglichen Arbeit nachgehen können. Die Regierung gibt Reis, 1 kg Linsen und 1 kg Öl, sowie 1000 Rupien (ca. 15 Euro) Das ist nicht genug.In dieser Situation ist unser Om Shanthi Old Age Home für Witwen dank Eurer lieben Spenden eine Oase in der Wüste. Es befindet sich in dem kleinen Dorf Kaveriyam Poondi, 3 km weg von der Stadt Tiruvannamalai. Der einzige Dorfpolizist prügelt hier niemanden und die Stimmung ist normalerweise entspannt. Unser umsichtiger Projektpartner Herr Manoharan sorgt dafür, dass unsere Frauen isoliert, wohl genährt und gepflegt die Krise überstehen können. Unser Heim ist als öffentliches Gebäude (Altenheim = Krankenhaus) eine Fackel im Sturm. Da unser Heim ein anerkanntes öffentliches Altenheim ist, werden wir hoffentlich auch zukünftig Zugang zu den Nahrungsquellen der Regierung haben. (Dies wird nicht kostenfrei sein!) Allgemein haben sich die Kosten für Lebensmittel ca. verdoppelt. Unser Collector (Landrat) hat inzwischen in den Dörfern kleine Lebensmittelverteilungsplätze eingerichtet, wo die Bevölkerung mit dem Allernötigsten versorgt wird. Das reicht nicht. Wir helfen mit, die Ärmsten der Armen mit Lebensmitteln und warmen Mahlzeiten zu versorgen.
Das haben wir mit Euren Spendengeldern getan, nachdem die indische Regierung alle NGOs gebeten hat, bei der Versorgung der Bevölkerung mitzuhelfen.Ein besonderes Anliegen für uns sind unsere jungen Witwen, die mit ihren Kindern „draußen“ leben. 77 junge Witwen arbeiten in den Werkstätten von Premalaya Handicraft (früher Shanthimalai Handicraft). Sie erhalten weiter den größten Teil ihrer Gehälter, obwohl sie momentan nicht arbeiten und auch der Verkauf der Produkte im Moment nicht stattfinden kann.133 unserer jungen Witwen arbeiten als Tagelöhnerinnen auf den Feldern, auf dem Bau oder als Reinigungskräfte in Haushalten oder Hotels. Sie haben bisher ca. 150 Rupien (1,80 Euro) täglich verdient. Jetzt sind sie abhängig von den Gaben der Regierung, die nicht ausreichend sind. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass nicht alle Frauen wieder in ihre alte Arbeitsstelle zurückkehren können, wenn die Corona-Krise vorbei ist. Wir werden diese alleinstehenden Frauen mit ihren Kindern unterstützen müssen, da sie die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft sind. Wir helfen ihnen bisher schon bei Krankheit, Hausreparatur und der Ausbildung der Kinder. Unser geplantes Patenschaftsprogramm müssen wir leider aufgrund der Umstände verschieben. Vielleicht bis Mai?? (optimistisch gesehen!) Wir werden jedenfalls den interessierten Pateneltern Bescheid geben. Das neue Schuljahr beginnt im Juni!Wenn Du willens bist, eine Summe für die Ernährung unserer Witwen und ihrer Kinder zu spenden, kannst Du das auf unser normales Bankkonto tun, aber bitte mit dem Kennwort: „Corona Krise“. Bitte die Anschrift nicht vergessen, wenn Du noch nicht zu unserem Spenderkreis gehörst, damit wir die Spendenbescheinigung zuschicken können. Wir von Om Shanthi e.V. bedanken uns sehr herzlich und grüßen Dich und Deine Lieben mit den besten Wünschen, gesund und vertrauensvoll zu bleiben. Grüße auch von unseren alten und jungen Witwen und unseren Mitarbeiter in Indien.Im Namen aller Vereinsmitglieder: „Arunachalam!“ – Grüße von unserem Berg!,, Auch diese Krise wird vergehen wie sie gekommen ist. Wenn Du selbst in finanziellen Schwierigkeiten bist, betrachte diesen Spendenaufruf als nichtig. Wir wünschen Dir alles Gute, was Du brauchst, um diese Situation gesund zu überstehen.
Liebe ist unsere Essenz, nicht Geld!
Danke, dass es Dich gibt!Anna Etter im Namen aller Vereinsmitglieder von Om Shanthi e.V.

Om Shanthi e.V. Vorstand:
Annelies Etter
Dr. Friedegard Hürter
Dr. Elvira Süphke

 

Tel.: 49 (0)228/9658884
oder 49(0)228/216509
www.widowsofindia.de
e-mail:info@widowsofindia.de
annelieetter7@gmail.com

Bankverbindung:
Sparkasse Köln-Bonn 205/5767/2654VBZ70
IBAN: DE63 3705 0198 1931 7681 52
BIC: COLSDE33XXX

 

Steuernr.:205/5767/2654VBZ70
Vereinsregister-Nr. 9741
Amtsgericht Bonn

update

Newsletter

Ergänzung von Annette

Als Ergänzung zu Annas Newsletter aus Indien habe ich mich an schöne Ereignisse erinnert und einige Highlights aufgeschrieben.

Ich heiße Anette, bin seit vielen Jahren regelmäßig in Tiruvannamalai und seit März 2019 Vereinsmitglied. Zur ersten persönlichen Begegnung mit den Witwen kam es Anfang Dezember im Old Age Home. Ich wurde mit einem herzlichen Varnakam – dem tamilischen Willkommensgruß empfangen. Die Freundlichkeit dieser traumatisierten Frauen hat mich tief berührt. Im Laufe der nächsten Wochen kamen Ilona, Paulette und andere „Westerner“ dazu und wir verwöhnten die Witwen mit Massagen, Musik und Tanz, mit Brillenpflege, Fingernägel lackieren, Freundschafts-Armbändern, Süßigkeiten, Buntstiften,Ausmalbilder, uvm. Es gab aber auch sehr innige Momente der Verbundenheit und Anteilnahme. Wenn Frauen über ihr Schicksal sprechen konnten, und ihre tief verborgenen Emotionen an die Oberfläche kamen, dann rollten auf beiden Seiten die Tränen und wir umarmten uns. Dieser so berührende und wichtige Austausch war nur durch die Übersetzung von Priya und Anusha möglich, den liebevollen Sozialarbeiterinnen. Wir weinten und wir lachten zusammen. Anna nähte Gardinen und ließ neue Bettlaken anfertigen, zu Pongal erhielt jede Frau traditionell einen neuen Sari.

Die Interviews und Besuche der jungen Witwen waren ebenso berührend, die Unterstützung der Frauen und ihren Kindern in den Dörfern ist von unschätzbaren Wert, und nur durch die unermüdliche Arbeit von OM Shanthi e.V. und Shantimalai möglich.Da ich schon lange an diesen wundervollen Ort reise, kann ich eine Veränderung im Bewusstsein der Menschen feststellen – dem Ziel von OM Shanthi. Manchmal führen gerade die kleinen Dinge dazu, dass sich kulturelle Dogmen auflösen. Als mich eine tamilische Köchin fragte, ob sie mir gebrauchte Saris für bedürftige Frauen in den Dörfern mitgeben kann war ich zutiefst beeindruckt. Gern haben wir die Spenden verteilt, aber etwas viel größeres steht dahinter, nämlich, dass die Dorfbewohner das Bedürfnis haben, sich in das Projekt einzubringen und der Witwen-Fluch seine Wirkung verliert. Vielleicht das Erwachen eines neuen Bewusstseins! Es geht nicht darum westliche Werte zu übertragen, sondern um eine unabhängige und eigenständige Entwicklung zu fördern.

Ein herzliches Danke an Anna und
alle die das Projekt ermöglichen.
Danke an alle Unterstützer
und für jede Spende !
* * * * *
Ein winziges Licht kann den
ganzen Raum erhellen

März 2020

Liebe Freunde der Witwen!

Die Zeit vergeht rasend schnell und wieder rueckt mein Abschied von Tiruvannamalai und den Witwen naeher. Ich nehme einmal an, dass Ihr die beiden Newsletter pro Jahr (Dez. Und Maerz) regelmaessig erhalten und gelesen habt, so dass ich an bereits bekannte Fakten und Ereignisse anknuepfen kann. Wenn dies nicht der Fall ist, koennt Ihr alle Berichte auf unserer Webseite www.widowsofindia.de unter: “Wie alles begann…..” nachlesen.

Nun fange ich gleich mit den beglueckensten Freuden an: Wir haben zwei zauberhafte Sozialarbeiterinnen gefunden: Priya war schon letztes Jahr bei uns. Anuscha ist neu. Beide haben ein offenes Herz fuer unsere Frauen, Respekt, Mitgefuehl, perfekte Englischkenntnisse und gute Computerkenntnisse. Wenn sie in ihren schoenen Saris  im Slum von ihren Motorrollern steigen, ist klar, dass alles gut wird. Wird auch tatsaechlich, den hinter ihnen stehen ja Manoharan, Lioba und viele liebe Spender wie DU!

Ueber die hilfesuchenden Frauen schreiben sie kurze Reports. Die in Frage kommenden Frauen mit ihren Kindern werden dann am Samstagvormittag eingeladen, so dass wir sie und ihre Beduerfnisse kennenlernen. Viele wollen einfach nur Unterstuetzung fuer die Ausbildung ihrer Kinder. Eine Grundausstattung bestehend aus Uniform, Schulranzen und Schreibmaterial bewilligen wir immer.

Paulette, meine Freundin, die in den USA fuer uns Spenden sammelt, hat seit einem Jahr ein Patenkind, dessen Schulbesuch sie foerdert. Sie hat einen engen, beglueckenden Kontakt mit ihrer Sponsortochter Kowalya und hat angeregt, diese Moeglichkeit allgemein zu er;ffnen.

Hier sind nun die jaehrlichen Ausbildungskosten fuer Kinder, die entsprechend ihren Faehigkeiten gefoerdert werden:

Government School bis zur 12. Klasse                100 $  =   ca.  90 Euro

Privatschule               bis zur 12. Klasse                250 $  =   ca. 250 Euro

Medizin-Fachschule /2 jaehrig                              300 $  =   ca. 280 Euro (Krankenschwester)

Medizin-Fachschule/ 5-jaehrig                              500 $  =   ca. 460 Euro (Arzt)

Ingenieurausbildung/ 4-jaehrig                             400 $  =   ca. 370 Euro

Mechanik/Polytechnikausbildung/ 2-jaehrig       300 $ =   ca. 280 Euro

(Diese Angaben koennen sich aufgrund von Kursschwankungen geringfuegig aendern.)

Die Uebernahme der Ausbildungskosten ist eine grosse Freude fuer die Muetter, die oft als Tageloehnerinnen nur das Noetigste verdienen, aber die Kosten fuer Schule, Studium, Krankheit oder Hausreparatur nicht tragen koennen. Also bitte meldet Euch, wenn Ihr Lust habt, ein Kind zu foerdern. Diese Beziehung wird eine ganz persoenliche sein, auch wenn Du nicht zu Besuch kommen kannst. Wir werden uns bemuehen, mit Briefen und Telefon den Kontakt herzustellen.

Mein gerade angenommenes Sponsorkind heisst Nandini. Sie lebt mit ihrer Mutter im Slum in einer Huette, wie Ihr sie Euch nicht vorstellen koennt. Beide gehoeren zur untersten Kaste der Dalits. Hochzeiten finden hier kaum statt, da niemand Geld fuer die Mitgift hat. Nandinis Mutter wurde vom Vater schon in der Schwangerschaft verlassen. Seitdem halten sich beide mit der Arbeit in der Erdnussfabrik (Lohn 150 Rupien = 2 Euro pro Tag) und dem Strassenverkauf von Erdnuessen ueber Wasser. Nandini ist sehr intelligent. Sie hat die Schule gut abgeschlossen und das erste Jahr Fernstudium (Paedagogik) mit ihrer Arbeit finanzieren koennen. Fuer das zweite, letzte Jahr ihres Lehrerstudiums fehlen ihr jetzt die Mittel. Wie konnte ich da widerstehen? Sie hat ihr 2. Studienjahr inzwischen schon begonnen. Ich weiss nicht mehr, wann mich “Geld ausgeben” so gluecklich gemacht hat.

Oft brauchen die jungen Witwen und Kinder auch medizinische Behandlung, die von uns unverzueglich angeordnet und bezahlt wird. Diese Kosten sind ebenso wie die Kosten fuer unsere Witwen im Om Shanthi Old Age Home ein Anlass zur Sorge fuer uns. Shanthimalai Ashram kann uns diesbezueglich nach so vielen Jahren Unterstuetzung nicht mehr helfen. So kosteten 10 Tage Intensivbehandlung im Krankenhaus von unserer Nagapushnam 65.000 Rupien = 830 Euro. Sie hat Asthma und war bewusstlos eingeliefert worden. Diese Kosten sind nicht in unserem Budget planbar. So hoffen wir immer auf Hilfe von lieben Spenden aus Deutschland und aus USA.

Ein besonders krasser Fall war die Besichtigung der Behausung von Marimuthu und ihren 3 Kindern. Das vierte Kind hatte sie weggegeben, da in der winzigen Huette buchstaeblich kein Platz zum Schlafen fuer vier Menschen war. Die Huette stand ausserdem in einer Kloake, die oft den Boden ueberschwemmte. Der Beschluss ihr ein neues, kleines Haus zu bauen, geschah sofort einstimmig gleich auf dem Platz. Die Kosten von 3000 Euro gingen fast zeitgleich auf unserem Konto von Aruna Partnership USA ein. Baubeginn war eine Woche spaeter und waehrend ich diesen Bericht schreibe, werden die Bodenfliesen verlegt…….

Ein weiteres freudvolles Erlebnis war die geplante Abholung von Lakshmi, 80 Jahre alt, gesund, mit einer Witwenrente von 1000 Rupien (ca. 15 Euro), wohnhaft in einem kleinen Dorf 20 km entfernt. Ihre Tochter wohnt 4 Std. von ihr entfernt und hatte ihre Einlieferung in unser Om Shanthi Heim beantragt, da sie sich nicht um ihre Mutter kuemmern kann. Kodimali, Anuscha und ich hoerten bei unserer Ankunft, dass Lakshmi unterwegs sei, um sich von ihren Freundinnen zu verabschieden. Die Tochter wuerde sie suchen. Waehrenddessen verbrachten wir eine gute Zeit mit den freundlichen Nachbarinnen in diesem sehr huebschen Dorf. Wir erfuhren, dass Lakshmi sehr beliebt ist, manchmal selbst kocht und ansonsten von allen Frauen im Dorf gerne versorgt wird. Als die erboste Tochter ihre untergetauchte Mutter endlich anschleppte, war uns sofort klar, dass Lakshmi in ihrem Lebensraum bleiben will und muss. Sie hat vor Freude geweint, als wir ihr sagten, dass wir sie nicht mitnehmen warden, sondern naechstes Jahr vielleicht mal zu Besuch kommen und mit allen Frauen ein kleines Fest feiern. Vielleicht will sie ja dann kommen? Oder auch nicht?

In unserem Om Shanthi Old Age Home ist alles gut. 5 Konzerte haben stattgefunden mit vielen Gaesten aus aller Welt. Und es gab wieder ein klassisches, wunderbares Lautenkonzert mit Jonathan aus der Schweiz. Selvi Kumari hat einen Rueckfall erlitten. Sie ist schizophren und muss neu medikamentoes eingestellt warden. Dazu ist sie seit einer Woche wieder in der Psychiatrischen Klinik, aus der wir sie vor einem Jahr abgeholt haben. Ein besonderer Dank an den Arzt namens “ Sohn Gottes”, der immer zur Verfuegung steht, wenn er gebraucht wird und sie damals 6 Monate kostenlos behandelt hat.

Eine besondere Freude war der tatkraeftige Besuch von Anita, einer australischen Akkupunkturaerztin. Nach kurzer Zeit lagen viele von uns flach auf der Veranda mit Nadeln gespickt. Ihre zukuenftige Niederlassung in Tiruvannamalai wuerde unsere finanziellen Medizinkosten senken und ausserdem die Lust auf Injektionen bei unseren Frauen befriedigen.

Jetzt bleibt mir wieder nur ein herzliches Dankeschoen zu sagen  fuer Eure lieben Spenden, Eure  guten Wuensche,  vielleicht auch Gebete und Euer Interesse! Ohne Eure Unterstuetzung koennte hier nichts geschehen. Moege die Freude, die wir hier bei unserer Arbeit haben auch in Euch spuerbar sein. Immer besteht unsere Einladung, uns hier zu besuchen und eine Zeitlang Freude zu tanken.

Mit herzlichen Gruessen von allen Mitarbeitern und Witwen

Anna

 

 

 

 

HILFE FÜR WITWEN IN INDIEN„Bewußtsein ändern und Leben retten!“

Weihnachts-Newsletter
Dezember 2019

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Witwen in Indien!Wieder naht Weihnachten und es ist an der Zeit, unseren tiefen Dank auszusprechen für Eure lieben Spenden. Ohne Eure Unterstützung könnten wir unsere Arbeit, die den indischen Frauen eine Botschaft der Wahrheit, Hoffnung und liebevollen Verbundenheit bringt, nicht ausführen. Wieso: „Wahrheit“? Weil Liebe die Wahrheit und überall in Om Shanthi spürbar ist.Ich werde oft gefragt: „Kannst du denn sehen, dass sich durch eure Arbeit etwas ändert am patriarchalischen Verhalten der Männer in Indien?“ Ja, es ändert sich, aber langsam, denn die Zeit ist reif. Die Polizei, die Dorfchefs und die Verwaltung unterstützen unsere Arbeit. Es ist auch deutlich zusehen, dass die Täter auch die Opfer des Systems sind. Das Wohlergehen und größere Selbstbewußtsein der Frauen wird auf lange Sicht auch den Männern zu Gute kommen. Unser Om Shanthi Old Age Home ist immer noch ein Paradies auf Erden. 16 Frauen sind inzwischen seit 2012 glücklich bei uns gestorben. Andere sind nach unserer Beantragung und Bewilligung einer kleinen Witwenrente wieder von ihren Familien angenommen worden. Die meisten bleiben jedoch in Freude und Dankbarkeit in unserer Om Shanthi Familie wohnen und freuen sich auf die vielen Besucher, die in der Saison von Januar bis März wieder mit ihnen singen, tanzen, malen und spielen werden.Für den Unterhalt von Om Shanthi Old Age Home (30 Frauen und 9 Pflegerinnen) brauchen wir ca. 4.500 Euro monatlich, die von Euren Spenden bezahlt werden. Dieser Betrag beinhaltet: Lebensmittel, ärztliche Versorgung, Medikamente, Gehälter der Pflegerinnen, Steuern, Reparaturen, Fahrten zum Krankenhaus, Feuerlizenzen, Leerung des Fäkalientanks, Telefon, Gas, Putzmittel, Wäsche, Elektrizität, Ausgaben für Feierlichkeiten wie Pongal (Erntedankfest), Weihnachten, Diwali,Beerdigungen, 2 Ausflüge im Jahr und viele Kleinigkeiten.Im April beginnt der Sommer in Indien mit Temperaturen, die bis Juli stetig bis auf 49° ansteigen. Da der Grundwasserspiegel wegen Wassermangel in den letzten Jahren beständig sinkt, waren auch unsere Brunnen bald wieder ausgetrocknet, so dass wir bis zum ersten Regen im Oktober 2019 ständig Wasser in großen LKW-Tankwagen anfahren lassen mussten. Diese Kosten sind nicht in unserem Budget enthalten. Wie immer haben wir auch dieses Jahr wieder Frauen von der Straße abgeholt.

Eine ist Unnamalai. Hier ihre kurze traurige Geschichte: Sie war die erste Frau ihres Mannes, konnte aber keine Kinder bekommen. Die zweite Frau gebar zwei Söhne. Seit dem Tod ihres Mannes vor einigen Jahren ist Unnamalai obdachlos. Dank Deiner Hilfe kann sie ihr Leben in unserem Heim glücklich beenden.Auch unser Programm mit den jungen Witwen wächst weiterhin stetig und – erfolgreich. 101 junge Witwen bekamen zum Beginn des Schuljahres im Juli Schultaschen mit Inhalt und Uniformen für ihre Grundschulkinder.Unsere 3 „Flying Firebirds“- „Fliegende Feuervögel“ (so habe ich unsere 3 mobilen Sozialarbeiterinnen in ihren orange-roten flatternden Saris auf ihren Motorrollern genannt) sind beständig unterwegs, um neue junge Witwen mit ihren Kindern aufzusuchen und dann mit uns zu beraten, wie in jedem einzelnen Fall wirksame Hilfe geleistet werden kann. Renuga z.B. wurde mit 18 Jahren kinderlos Witwe. Allen war klar, dass ihr Leben damit beendet war.

Da sie bis zur Eheschließung eine Schule besucht hat, hat sie gute Voraussetzungen, um die von uns finanzierte Ausbildung zur Hilfshebamme zu beenden. Auch an ihrer Freude und an ihrer Zukunft hast Du mit Deiner lieben Spende Anteil.Anbei als kleiner Ausdruck unserer Dankbarkeit unser neuer Kalender 2020 und die Spendenbescheinigung.Noch etwas zur Klärung: Wir in Om Shanthi e.V. haben schon immer dankbar, erfolgreich und glücklich mit Manoharan und Lioba von „Shanthimalai Handicraft Development Society“ zusammengearbeitet. An dieser Stelle sei ihnen unser großer Dank ausgesprochen. Der Name „Shanthimalai“ hat immer wieder Fragen und Unklarheiten ausgelöst, weil es auch der Name des deutschen Ashrams ist, der ebenfalls ein großer Förderer unseres Projekts ist. Alles ist immer noch wie vorher, nur der Name hat sich geändert. Aus: „Shanthimalai Handicraft Development Society“ wurde „Premalaya Handicrafts Trust“. Die lieben Menschen hinter dem Namen sind die gleichen geblieben. Nähere Informationen dazu gibt es im beiliegenden Kalender auf der ersten Seite.Jetzt bleibt mir nur noch, Euch ein neues, glückliches, gesundes Jahr zu wünschen und ein wunderschönes, friedliches Weihnachtsfest.

Im Namen aller Vereinsmitglieder, Helfer und Witwen grüßt und dankt Anna (Annelie)

P.S. Falls Interesse besteht alle unsere Berichte zu lesen: Hier sind sie: www.widowsofindia.de
Unter: „Wie alles begann….“

P.S. Ich hoffe, niemand fühlt sich brüskiert, dass ich die DU-Form benutze. Durch unsere meist schon jahrelange Zusammenarbeit fühle ich eine starke Verbundenheit mit Euch allen, die Spenden zum Gelingen unserer Arbeit beitragen. Das DU ist Ausdruck davon.

Renuga 19 Jahre alt, am ersten Tag ihrer Ausbildung als Hilfshebamme.

Heute haben wir Alamelu gerettet. Sie saß am gleichen Platz wie die Frau, mit der alles begonnen hatte, damals ….. vor langer Zeit!

Willkommen in Om Shanthi Alamelu!

 

Neuigkeiten aus Tiruvannamalai von den Witwen in Om Shanthi März 2019

Liebe Freunde der Witwen!

Wieder läuft der Countdown meines Indienaufenthalts auf das Abflugdatum zu und ich erinnere mich gerne an alles, was diesen Winter unser Leben hier in Tiruvannamalai spannend und schön gemacht hat. Nicht viel Neues ist geschehen, aber alles Alte hat sich vertieft und bewährt. Alle staatlichen Institutionen, die unser Heim kontrollieren und jährlich prüfen, stellen unserem Heim und seinen Angestellten sehr positive Zeugnisse aus und auch alle Besucher sind beglückt und begeistert und verbringen gerne weitere Nachmittage bei unseren Damen.
Das Malen von Mandalas (von Ilona damals initiiert) wird demnächst internationale Aufmerksamkeit erreichen: Für eine Benefiz-Kunstauktion in Rochester/USA ,die von Kirsti (JOS) und Paulette im Mai veranstaltet wird, haben unsere besten Malerinnen ihre Signaturen und Porträts abgegeben. Sie sind mächtig stolz, daß sie mit ihren gemalten Mandalas Spenden sammeln können für unser Heim.

Mira, unsere Volontärin, Ethnologiestudentin aus Freiburg, war ein weiterer Lichtblick zwischen unseren lieben Pflegerinnen. Sie war immer für alles zu begeistern: Liebevolle Massagen, Ball- und Kartenspiele, Mensch-Ärger-Dich-nicht , Memory etc. und last not least wird sie unsere Webseite erneuern und später hoffentlich noch weiter betreuen. Danke auch den Reisegruppen, die uns im Rahmen ihrer Rundreise besucht haben und großzügige Spenden zurückgelassen haben. So konnten wir von Marie´s Körpergruppen-Spende 90 m kräftigen Baumwollstoff ,von unseren jungen Witwen in eigener Weberei handgewebt, herstellen lassen für die 35 Betten in unseren drei Om Shanthi Häusern. So arbeiten junge Witwen für unsere alten zur Freude von allen mit Euren lieben Spenden. Neu waren dieses Jahr auch unsere CD Player, die wir nun in jedem Haus installiert haben. Teilweise sind es alte, repariert und gespendet von meiner Bonner Nachbarschaft und einer lieben Freundin. Ein Mozartkonzert wurde von allen Frauen aufmerksam gehört und geschätzt.

Welch wunderbare Oase unser Heim ist, wurde mir heute wieder klar, als Manoharan, Lioba und ich unsere neue Bewohnerin aus einem vergitterten, fensterlosen Raum in einem psychiatrischen Krankenhaus abholten. Selvi-Kumar wurde vor 4 Monaten von den Ärzten von der Straße geholt. Seitdem wurde sie gegen Schizophrenie und Traumata (ständige Vergewaltigungen) behandelt und nun entlassen, um bei uns zu wohnen, da sie keine Familie hat. DANKE, dass DU mit Deiner Spende dazu beigetragen hast, Selvi-Kumar und anderen Frauen ein menschliches Zuhause zu geben. Ohne DICH könnte nichts geschehen.

Noch ein großer Lichtblick: Wir haben Priya gefunden, eine 23jährige Sozialwissenschaftsstudentin mit besten Zeugnissen, Computerkenntnissen und fließendem Englisch. Sie hat ein goldenes Herz für unsere Witwen, denn ihre Mutter ist selbst Witwe geworden, als sie 4 Jahre alt war. Priya wird unsere inzwischen ansehnlich gewachsene Kartei von Lebensberichten von jungen Witwen mit ihren Kindern aus dem Tamil ins Englische übersetzen und nebenbei außerdem selbst ins „Feld“ (heißt in die Dörfer) fahren, um dort Witwen ausfindig zu machen, denen wir helfen werden. Ansonsten gab und gibt es viel Arbeit draußen in den Dörfern. Im Umkreis von 30 km von Tiruvannamalai finden wir junge, verzweifelte Witwen mit ihren Kindern, die hilflos, oft krank und total mittellos sind. Meistens müssen wir erst einmal mit einem Sack Reis und Linsen die größte Hungersnot lindern. Dann ist meist eine medizinische Untersuchung angesagt: HIV ist keine Seltenheit, Unterernährung, Depression etc. Die Dächer müssen meistens repariert werden, oft ist auch eine Umsiedlung nötig, da die Anfahrt zu einer Arbeitsstelle für die Frauen zu weit ist. Wir fördern den Schulbesuch der Kinder ganz individuell, wie es notwendig ist. Oft brauchen die Frauen 1 – 2 Jahre Hilfestellung, bevor sie auf eigenen Beinen stehen können. Insgesamt betreuen wir auf diese Weise momentan ca. 110 junge Witwen mit ca. 200 Kindern.

Ihr seid herzlich eingeladen, uns zu besuchen und die Freude unserer Schützlinge zu erleben. Allen unseren Besuchern hat es sehr gut gefallen in Tiruvannamalai.

Noch ein schönes Happy-End einer Familienzusammenführung von Großmutter und Enkelin in unserem Heim:
Wir haben Lakshmi (Ende 70 Jahre alt) aus ihrer zerfallenen Elendshütte in unser Heim geholt, da sie sich nicht mehr selbst versorgen konnte. Ihre einzige Verwandte ist Goweri, ein Enkelkind, zu dem sie jedoch den Kontakt seit Jahren verloren hatte und nicht wußte, wo sich diese befand.Wir haben Goweri in einem Waisenhaus von Heart Kids gefunden. Die Freude bei ihrem Wiedersehen könnt Ihr Euch sicher vorstellen.

DANKE DANKE DANKE für Deine wunderbare Spende, bzw. Spenden, mit der wir diese Arbeit tun können.
Wir alle tun diese Arbeit mit unserem Herzen, ehrenamtlich. Mit Ausnahme der jungen Witwen, die in unserem Heim die Pflegearbeit tun und mit dieser Arbeit ihre Kinder ernähren müssen und selbstverständlich ein angemessenes Gehalt bekommen..

Es ist vorgekommen, daß Ihr manchmal warten müßt auf eine Bestätigung Eurer Spende oder Antwort auf eine e-mail. Die Arbeit wird immer mehr, weil wir größer werden, die Zahl unsere ehrenamtlichen Helfer sind gleich geblieben. Wir sind nicht viele aber wir bemühen uns nach besten Kräften, Euch zu informieren und uns zu bedanken. Ohne Euch könnten wir diese Arbeit nicht tun, deshalb sehr herzlichen Dank!
Danke auch für das Vertrauen, welches Ihr uns entgegenbringt und das für uns eine riesengroße Verpflichtung ist, unsere Arbeit gut zu tun.

Mit herzlichen Grüßen im Namen aller Mitarbeiter und Witwen in Indien
Anna

Neuigkeiten aus Tiruvannamalai März 2018
Ihr Lieben alle!
Wieder ist ein Winter bei unseren Witwen in Tiruvannamalai vergangen und ich versuche, mich an alles zu erinnern, was geschehen ist seit ich am 26.12.2017 hier angekommen bin und Euch davon zu berichten.
Das besondere Ereignis war der Bau unseres 3. Om Shanthi Hauses, des Hospiz, welches im September 2017 nach der großen Dürre und dem darauffolgenden Regen begonnen wurde. Nie habe ich einen Bau mit einer solchen Geschwindigkeit wachsen sehen. Wie ein gut funktionierendes Uhrwerk erschienen die entsprechenden Handwerker jeden Tag und erledigten alle Arbeiten ohne Leerlauf und Wartezeiten. Am 11.2.2018 (einem glückbringenden Datum) feierten wir die Einweihung von Kati-Home (benannt nach der großzügigen Spenderin). Es war ein wunderschönes Fest vor Sonnenaufgang mit vielen lieben Gästen aus dem Shanthimalai Ashram, allen Handwerkern, Dorfbewohnern und unseren Witwen. Eine sehr stattliche Mutterkuh und ihr Kalb waren besonders gesäubert und geschmückt worden. Beide mußten als erste das Haus betreten und verrichteten dabei ihre glücksbringenden Geschäfte: saftige Kuhfladen auf der Veranda und einen dicken Strahl flüssigen Segen im Haus. Das ist nicht selbstverständlich, erklärte man mir. Oft sind die Kühe verkrampft und ängstlich und nichts passiert….Dann folgte die Feuerzeremonie der Brahmanenpriester. Mit uralten Gesten, vedischen Gesängen und Zeremonien wird der Segen der „anderen Seite“ erbeten, ohne den nichts in Indien funktioniert. Hier ist das Geheimnis verborgen, welches uns Indien so rätselhaft und anziehend macht. Anschließend haben wir uns bei allen Arbeitern und Arbeiterinnen persönlich mit Geschenken für ihre gute Arbeit bedankt. Das war mir eine besondere Freude. Ein reiches indisches Frühstück für alle beendete die Feier, während die Sonne aufging und eine neue Phase im Leben von erstmal vier Frauen begann, die hier ihre letzte Lebenszeit verbringen werden: Mit liebevoller Betreuung, wie sie sie bestimmt noch nie erlebt haben.
Herzlichen Dank Kathy und allen Spendern und Spenderinnen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Traum von einem Platz an dem heimatlose ausgestoßene Frauen einen friedlichen Übergang erleben können, Wirklichkeit geworden ist. Wie sehr wünsche ich mir, dass Ihr alle es erleben könntet, wie glücklich Bewohnerinnen und Betreuerinnen (auch Witwen) sind. Die Tatsache, dass das Glück, das wir geben, vervielfacht zu uns zurückkommt, ist hier ganz deutlich zu erkennen. Alle 30 Bewohnerinnen und ihre 7 Betreuerinnen rund um die Uhr sind Kraftwerke der Liebe und Freude…… Das empfinden auch die vielen Besucher so, die hier für bzw. mit den Frauen musizieren, malen, Karten/ Ball spielen, massieren, Yoga machen oder sich mit Henna bemalen.
Jetzt zu unseren neuen/ alten Bewohnerinnen. Unsere älteste, erste Frau war Janaki, damals schon fast 90 Jahre alt. Im November 2017 hat ihre Tochter sie zu sich geholt. Ende Januar 2018 (nach 2 Monaten) hat Manoharan sie nachts auf der Straße gefunden: völlig entkräftet, nur noch Haut und Knochen, in Lumpen gekleidet, ohne ihre Brille, mit Panik und Angst im Blick….. Jede von uns hat geweint bei ihrem Anblick! Ihre Tochter hat sie zum Betteln an die Straße gesetzt!!!!!!! Unvorstellbar für uns!!! Jetzt ist sie langsam zur Ruhe gekommen. Sie schläft viel und kann ununterbrochen essen. Der irre panische Gesichtsausdruck ist verschwunden und sie kommuniziert auch zeitweise mit den anderen Frauen. Sie ist jetzt die erste Bewohnerin von Kati-Heim zusammen mit den beiden Sarathas und mit Anniyammal. Anniyammal kam zu uns im März 2017. Ihr Schwiegersohn hat sie nackt, nur mit einem schmutzigen Betttuch an die Straße gesetzt zum Erbetteln seines Alkoholkonsums. Mehrere Versuche von uns, auch Polizeieinsatz haben nur kurzfristig genützt. Sie hat sich nur ganz langsam eingelebt. Ihr winziger Körper ist auch nur Haut und Knochen. Sie sitzt meist in der Hocke und verbirgt ihren Kopf in den Händen oder einem Schal. Sie ißt und schläft gut und wird abwechselnd, wenn die gehfähigen Frauen draußen ihren Spaziergang machen, im Rollstuhl mitgenommen. Dass wir diesen Frauen, die mitleidlos aus Familie und Gemeinschaft ausgeschlossen werden, helfen können ist Dir/Ihnen zu verdanken! Herzlichen tiefen Dank für alle Spenden, die unsere Arbeit möglich machen auch im Namen aller Helfer, Vereinsmitglieder und Freunde.
Eine andere Säule unserer Arbeit ist die Hilfe für junge Witwen in Not, die von heute auf morgen nicht einmal mehr eine karge Reismahlzeit für ihre Kinder haben. Ihre Situation war schon vor dem Tod des Ehemanns trostlos: Oft sind die Kinder behindert, der Mann war schon lange Trinker, gewalttätig, krank oder ohne Arbeit, bevor er oft Suizid begangen hat. Als Witwe erleben die Frauen den ganzen Hass der Schwiegereltern, die ihnen die Schuld geben am Tod ihres Sohnes. Sie werden wie Sklavinnen behandelt und oft vom Schwiegervater oder den Brüdern mißbraucht. Jede Form von Elend ist hier anzutreffen. Tamilarasini und Kodimali, unsere beiden Sozialarbeiterinnen sind ständig unterwegs, um diese Frauen in den Dörfern zu finden, zu interviewen und Reports zu schreiben, damit wir zusammen in jedem einzelnen Fall entscheiden können, was zu tun ist. Meistens kaufen wir zuerst Reis, Linsen,Öl, Zwiebeln und Knoblauch und schauen dann, wie wir die jungen Frauen in eine ihnen angemessene Arbeitsroutine bringen können, so dass sie bald ihren Lebensunterhalt selbst bewältigen können. Dann achten wir darauf, dass die Kinder gut betreut, beschult oder ausgebildet werden können und geben dazu auch kräftige Beihilfen und Unterstützung. Manoharan und Lioba, die guten Geister unseres Projekts in Tiruvannamalai leisten hier wunderbare, unermüdliche Arbeit. An dieser Stelle herzlichen Dank!
An dieser Stelle auch Dank an Latha, unsere neue Englischlehrerin, die selbst Witwe geworden ist und seit einem Monat unsere jungen Witwen und indischen Helferinnen in Englisch unterrichtet.
Jeden Tag ereignen sich neue, wunderbare Geschichten von Frauen, denen wir helfen können. Ich könnte noch Seiten füllen….. Wenn Du siehst, wie unsere jungen Witwen aufblühen, wenn sie ihre Chance erkennen, ein eigenständiges, freies Leben mit ihren Kindern und oft dann auch mit ihren Eltern zu führen, dann wirst Du uns weiter mit Deiner dringend benötigten Spende unterstützen.
Nur mit Deiner Hilfe ist diese Arbeit, die so viele gute Früchte trägt, zu schaffen.

Hier nochmals unser Bankkonto:
Om Shanthi e.V.
Sparkasse Köln-Bonn
IBAN: DE633705 0198 1931 7681 52
Bitte die Anschrift angeben, sofern wir sie noch nicht haben, damit wir unseren Dank und die Spendenbescheinigung schicken können.

Herzliche Grüße von allen vor Ort in Indien und von Arunachala
Anna



Neuigkeiten aus Tiruvannamalai von den Witwen in Om Shanthi November 2017

Liebe Freunde der Witwen!

Es gibt wieder viele erfreuliche Neuigkeiten und ich hoffe sehr, dass Ihr Zeit findet, um diesen ziemlich ausführlichen Bericht zu lesen. Also macht es Euch gemütlich!
Dank Eurer lieben Spenden konnten wir Ende September 2017 mit dem Bau des dringend benötigten Hospiz für alte Witwen und Frauen in Not auf unserem Grundstück in Tiruvannamalai beginnen. Dies wird unser 3. Om Shanthi Haus sein.
Bedingt durch das Ausbleiben des Wintermonsuns und die extrem lange und heiße Trockenheit in Tamil Nadu konnten wir erst jetzt Anfang Herbst 2017 mit den Bauarbeiten beginnen. Ohne Wasser war es unmöglich den Beton anzurühren. Wir mussten einen neuen Brunnen bohren, weil unser alter total ausgetrocknet war. Eine erste Bohrung war leider nicht erfolgreich, obwohl sie 200 m tief war. Daraufhin half uns Herr Schroeter, ein erfahrener deutscher Wasserexperte, unentgeltlich nur gegen Erstattung der Reisekosten. Er fand eine Wasserader in unserem Garten in nur 20 m Tiefe. Jetzt haben wir eine zuverlässige und reiche Trinkwasserquelle – eine große Erleichterung für unsere Frauen. Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an Herrn Schroeter und seine Frau! Im August kam schließlich reichlich Regen, eine große Freude für alle! Jetzt, wo es endlich Wasser gab, konnten die Bauarbeiten beginnen.
Am 15. September wurde Mutter Erde mit einer „Boomi Pooja“ im Om Shanthi Garten geehrt. Mit dieser Zeremonie bitten Bauherren und Bauarbeiter die Erde um Erlaubnis, in ihr graben und das neue Haus auf ihr bauen zu dürfen. Seitdem sind die Bauarbeiten zügig vorangegangen. Wenn alles weiter so gut geht, könnte das Haus im Januar 2018 eingeweiht werden.

Das Hospiz wird dringend gebraucht. Wir finden die alten Frauen oft in einem unbeschreiblich verwahrlosten Zustand, so dass sie erst einige Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, bevor sie stark genug sind, um zu uns zu kommen. Wir wollen sie in dieser selbst in unserem Hospiz pflegen, damit sie dann in eins der beiden anderen Häuser umziehen können. Frauen, die schon bei uns sind und sich dem Ende des Lebens nähern, können dann ins Hospiz umziehen, wo sie in Frieden und Stille ihre letzte Zeit verbringen und intensiv gepflegt werden können.

Saratha ist eine typische Frau in Not, die im Januar 2017 zu uns kam. Verwandte hatten sie an der Hauptstraße abgesetzt und ihr gesagt, sie würden sie wieder abholen. Sie sind nie zurückgekommen. Saratha lag hilflos auf der Straße, nicht in der Lage zu gehen, dem Tod näher als dem Leben. Wir mussten sie erst ins Krankenhaus bringen. Als sie zu uns ins Om Shanthi Haus kam, konnte sie nicht sitzen und war extrem schwach. Sie konnte nicht in einem Bett schlafen und nicht zur Toilette gehen. Da sie aus Kerala kam, konnte sie auch nicht Tamil sprechen, so dass wir erst eine Übersetzerin finden mussten. Sarathas Lebenswille war erstaunlich und ihre Anstrengungen sich selbst zu helfen, berührten uns alle. Sie schleppte sich mit Hilfe ihrer Arme ins Badezimmer und versuchte mitzuhelfen, ihren Kopf und ihren Körper abzuschrubben. Langsam eroberte sich Saratha einen Platz im Herzen der Frauen. Mittlerweile ist sie der Liebling von allen!
Heute werden Frauen, die allein und verwahrlost sind und dringend ein Obdach brauchen oft auch in unser Om Shanthi Heim gebracht. Dorfälteste, Polizei und Krankenhäuser informieren uns.

Kannama ist geistig gestört und wurde auf der Straße gefunden. Sie wurde im Krankenhaus Rangamal untersucht, um zu sehen, wie wir ihr am besten helfen können. Es ist erstaunlich, wie stark unsere indischen Schwestern sind trotz der Not, die sie oft über einen langen Zeitraum erlitten haben. Ihr Leiden können wir uns kaum vorstellen und trotzdem haben sie ihre Würde bewahrt. Mit regelmäßigem Essen, einem sauberen Sari, liebevoller Behandlung und der Sicherheit von Om Shanthi erholen sie sich in kürzester Zeit.
Alle Besucher sind beeindruckt von der Liebe und Freude, die hier präsent sind. Alles ist nur möglich durch Deine/Ihre lieben beständigen Spenden.
Ein zweiter sehr wichtiger Teil unserer Arbeit ist die Betreuung von jungen Witwen und ihren Kindern. Wir bieten ihnen zuallererst Schutz, dann eine Ausbildung bei Shanthimalai Handicrafts oder in einem anderen Betrieb, eine anschließende Festanstellung oder vermitteln sie an von uns kontrollierte Arbeitsstellen „draußen“ je nach Wunsch und Fähigkeiten, so dass sie in der Lage sind, für sich und ihre Kinder selbst zu sorgen. Zu diesem Zweck haben wir ein Beratungszentrum an der Hauptstraße eingerichtet. Unsere Sozialarbeiterin Chandra ist jedoch hauptsächlich damit beschäftigt, die jungen Witwen in den Dörfern aufzusuchen, denn sie sind zu eingeschüchtert und hoffnungslos, um selbst zu uns zu kommen. Gemeinsam beraten wir in jedem einzelnen Fall, wie wir den jungen Frauen und ihren Kindern helfen können, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ohne ihre Kinder in ein Waisenhaus abzugeben und selbst in die Prostitution abzugleiten.
Bitte helfen Sie uns weiter mit Ihren lieben Spenden.
Wir wissen, es gibt so viel Elend in der Welt und so viel Notwendigkeit, zu helfen! Danke für die Beständigkeit Ihrer/Deiner Hilfe, denn ohne sie könnten wir nichts tun.

Mit Dank und herzlichen Grüßen im Namen aller Mitarbeiter und Witwen
Anna
Neue Nachrichten aus Tiruvannamalai im März 2017

HILFE FÜR WITWEN IN INDIEN

„Bewußtsein ändern und Leben retten!“
Neuigkeiten aus Tiruvannamalai von den Witwen März 2017

Ihr Lieben alle!

Wieder ist ein erlebnisreicher, froher Winter mit unseren Witwen, vielen begeisterten Besuchern, engagierten Volontärinnen und liebevollen Helferinnen vorbei und es ist Zeit, davon zu berichten. Am besten hat es eine Besucherin aus USA nach Bea´s Konzert formuliert: „Ich habe die Liebe bisher in Tiruvannamalai vermisst – aber hier ist sie ja!“

Zuerst möchte ich mich bei Euch lieben Spendern und Spenderinnen bedanken, denn ohne Eure Hilfe ginge ja nichts von dem, was ich hier berichten werde. Deshalb ein dickes DANKE immerzu!
Ich wünsche, Ihr könntet sehen und erleben, welch Unterschied Eure Unterstützung hier macht, wie sie neue Impulse gibt an Hirne und Herzen, die noch nie erlebt haben, dass behinderte, alte, sozial geächtete Frauen Respekt, Liebe und Wertschätzung erfahren. Radha, eine von unseren Frauen, die Aussicht hat, von ihrem Sohn vielleicht wieder zurückgeholt zu werden, sagte mir: „Liebe gibt es in meinem Dorf nicht – die gibt es nur hier!“

In diesem Jahr ist der Monsun im November/Dezember vollkommen ausgeblieben. Die Reisfelder auf dem Weg zu unserem Om Shanthi Heim sind nicht grün wie sonst, sondern braun und vertrocknet. Nachts hören wir die Bohrer nach Wasser bohren. Auch die steinernen Wasserbecken sind leer. Die Entschädigung der Regierung für die Bauern ist minimal und nicht ausreichend. Die Zeitungen schreiben, dass es Selbstmorde gibt unter den Reisbauern. Das schreibe ich, damit wir vielleicht ansatzweise verstehen können, wie es zu nachfolgenden Ereignissen kommen kann.

Entscheidende Erlebnisse hatten wir in diesem Winter mit unseren drei Frauen, die wir in unsäglichem Zustand von der Straße aufgelesen haben. Saratha wurde aus Kerala hierher gefahren und neben der Straße ausgesetzt. Ghandimathi von irgendwoher aus Tamil Nadu und Sarada wurde vor ihrem Haus liegengelassen. Sohn und Schwiegertochter waren nach
Aussage der Nachbarn vor Wochen nach Bangalore gezogen und haben sie ihrem Schicksal überlassen. Alle drei konnten sich nicht von der Stelle bewegen. Beine und Füße versagen den Dienst. Ihr aller Zustand war so erbärmlich, dass unsere Angestellten sich weigerten, sie zu versorgen und auch die anderen Witwen Antipathien zeigten. (Saratha spricht nicht ihre
Sprache und alle drei Frauen, so hieß es, könnten ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren). Viele Gespräche waren nötig, ebenso wie ein dickes Donnerwetter von Manoharan, dazu die Einstellung von Chandra einer begnadeten Krankenschwester, bevor jetzt inzwischen die Stimmung sich sehr geändert hat. Nächstenliebe, Demut und Dankbarkeit sind durch unsere drei bedürftigen Neuen in so großem Maß gewachsen, dass ich immer öfters von unserem „Witwen-Ashram“ spreche. Sarada sagte: „Einige Menschen haben mir Essen hingestellt, aber keiner hat mich da herausgeholt!“

Ghandimathi ist Ende Februar friedlich eingeschlafen. Sie wurde unser aller Liebling. Bescheiden und dankbar hat sie jeden angelächelt, der sie mit ihrem Namen anflüsterte….. Vor ihrem Übergang hat sie sich bedankt, dass sie bei uns in Frieden sterben darf. Ihr Tod und die Art und Weise, wie Manoharan anstelle des fehlenden Sohnes die nötigen Dinge organisiert, sind auch immer ein Trost für alle anderen 26 Frauen, denn die Zeremonien nach dem Ableben sind enorm wichtig bezüglich der nächsten Inkarnation.

Dank sei an dieser Stelle Antine, einer Volontärin aus Ostfriesland, die dort einen ambulanten Hospizdienst betreibt und uns viel helfen konnte. Sie kam genau zur rechten Zeit und hat trotzdem einen schönen Urlaub verbracht. Dank auch an Nicole aus Israel, die mit ihrer Liebe und zärtlichen Massagen Helferinnen und Witwen fast jeden Nachmittag beglückte.
Dank auch an Bea, die uns wunderbare Lieder sang und am Ende ihres Aufenthalts alle Frauen mit dem Lied: „Das Wandern ist des Müller´s Lust“ mit Polonäse unter viel Gelächter durch den Garten führte. Auch Dank an Ilona, die dieses Jahr alle Frauen mit Mandalas beglückte. Viele sind begeisterte Mandala Ausmalerinnen geworden und der Platz an den Wänden wird knapp.

Wir werden und müssen uns weiter räumlich ausbreiten. Im Mai werden voraussichtlich die Bauarbeiten für unser 3. Haus (ein Hospiz, bzw. eine Intensiv-Pflegestation) auf gleichem Grundstück beginnen. Es wird 10 Betten haben. Das früher anvisierte Gebäude ist zu weit weg und würde mehr Personalkosten verursachen.

Außerdem werden wir unsere Sozialarbeit ausdehnen. Chandra ist schon dabei, junge Witwen in den Dörfern aufzusuchen und zu schauen, wie wir ihnen helfen können. Es gibt auch in der Stadt Tiruvannamalai alte Frauen, die nicht in unserem Heim wohnen wollen oder können, die wir aber regelmäßig betreuen müssen, weil sie von ihren Familien ausgebeutet werden. Sie werden zum Betteln geschickt oder bekommen nicht genug Nahrung. So haben wir auch schon einmal die Polizei zu einem rabiaten Schwiegersohn geschickt.

Wir brauchen weiterhin Eure lieben Spenden! Bitte helft uns weiterhin! Wir haben fast keine Verwaltungsgebühren außer Post, Papier und Druckerfarbe und arbeiten ehrenamtlich. Ausgenommen natürlich unsere Hilfskräfte im Om Shanthi Haus, die auch Witwen sind und die natürlich ein angemessenes Gehalt bekommen. Danke an Euch alle!

Wenn alle einsehen würden, dass nicht das Horten und Vermehren von Geld, sondern dass Teilen und Schenken glücklich machen, dann sähe die Welt anders aus. Ihr seid alle eingeladen, unsere kleine andersartige Welt im Om Shanthi Heim zu erleben. Hier spielen Geld, Herkunft und Kasten keine Rolle. Das Glück berührt jeden, der über diese Schwelle tritt. Schreib mir einfach, wenn Du „unser“ Indien in Tiruvannamalai mit dem heiligen Berg Arunachala und unsere wunderbaren Frauen im Om Shanthi Haus besuchen möchtest. Ihr seid herzlich willkommen!

Namasté und Arunachalam!

Anna und alle Frauen

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